Ein Netz, mehr Auswahl: Wie Open Access wirkt
Wer Internet über Glasfaser anbietet, muss das zugrunde liegende Netz nicht selbst gebaut haben. Stiegeler nutzt deshalb mehrere Wege: eigene Ausbauprojekte, geförderte Vorhaben und Kooperationen mit anderen Netzbetreibern. Was technisch klingt, entscheidet vor Ort über Auswahl, Tempo und Verlässlichkeit.
Baden-Württemberg braucht mehr als einen Ausbauweg
Ein Haus kann bereits an ein Glasfasernetz angeschlossen sein und trotzdem nur wenige Internettarife zur Auswahl haben. Denn Leitung und Internetdienst sind zwei verschiedene Ebenen. Erst wenn der Netzbetreiber Zugang gewährt und beide Seiten ihre Prozesse verbinden, kann ein weiterer Anbieter eigene Tarife vermarkten.
Für Baden-Württemberg ist diese Zusammenarbeit besonders relevant. Laut Breitbandbericht 2025 des Landes lag die Glasfaserverfügbarkeit bei 27,16 Prozent der Haushalte. Nach Abschluss der damals bekannten Projekte erwartete das Land mindestens 57,23 Prozent. Dahinter stehen eigenwirtschaftliche und geförderte Vorhaben mit unterschiedlichen Finanzierungs- und Betriebsmodellen.
Stiegeler setzt deshalb auf mehrere Wege: eigenen Ausbau, den Betrieb geförderter kommunaler Netze und Open-Access-Vereinbarungen mit anderen Betreibern. Für Kunden bleibt Stiegeler Vertragspartner für Tarif und Betreuung; die Leitung kann einem anderen Unternehmen oder einer Kommune gehören.
Open Access trennt Netz und Internetangebot
Open Access bedeutet: Ein Netzbetreiber stellt seine Infrastruktur zu vereinbarten Bedingungen auch anderen Internetanbietern zur Verfügung. Diese kaufen eine Vorleistung ein und bieten darauf ihren eigenen Tarif an. Das erhöht die mögliche Auswahl und nutzt bereits gebaute Leitungen besser. Ein zweites Kabel in derselben Straße ist dafür nicht nötig.
Automatisch entsteht diese Auswahl nicht
Außerhalb geförderter Netze gibt es laut ARD Marktcheck keinen allgemeinen Anspruch auf mehrere Tarifanbieter. Zugang, technische Umsetzung und Vermarktung müssen zusammenkommen. Entscheidend bleibt daher die Verfügbarkeitsprüfung für die konkrete Adresse.
Die Umsetzung ist anspruchsvoll
Die Bundesnetzagentur behandelt im Gigabitforum deshalb gemeinsame Schnittstellen und Standards. Plattformen wie Netbridge bündeln Netze über einheitliche Bestell-, Bereitstellungs- und Serviceprozesse. Plusnet bezifferte die Plattformreichweite im März 2026 auf 12,5 Millionen erschlossene Haushalte und Gewerbeeinheiten. Das ist eine Unternehmensangabe zur technischen Reichweite – nicht die Zahl buchbarer Stiegeler-Anschlüsse.
130.000 zusätzliche Adressen über NetCom BW
Den größten unmittelbar wirksamen Reichweitenzuwachs bringt Stiegeler derzeit die Kooperation mit NetCom BW. Seit Juli 2026 sind Stiegeler-Tarife in zahlreichen Gebieten buchbar, in denen NetCom BW kommunale Breitbandnetze betreibt. Die Vereinbarung umfasst rund 100.000 über DSL erreichbare Objekte und etwa 30.000 Glasfaseranschlüsse in 21 Landkreisen.
Damit reicht das Stiegeler-Angebot deutlich über Südbaden hinaus
Die Netze wurden in öffentlich geförderten Projekten von Kommunen oder Zweckverbänden errichtet und werden von NetCom BW betrieben. Stiegeler nutzt sie für eigene Internet-, Telefon- und Fernsehangebote. Zu einer vorhandenen Leitung kommt so eine weitere Tarif- und Serviceoption hinzu.
Neue Lösungen nach veränderten Ausbauplänen
Auch die Kooperationen mit der Deutschen Telekom und GlasfaserPlus zeigen den praktischen Nutzen. In Allensbach, Bad Säckingen und Dettingen an der Erms können Kunden seit Juli 2026 Stiegeler-Tarife über Telekom-Netze buchen; in Bad Urach gilt dies für das Netz von GlasfaserPlus. Ursprünglich war die Versorgung über geplante Netze von Unsere Grüne Glasfaser vorgesehen. Nachdem das Unternehmen diese Projekte nicht weiterverfolgte, übernahmen andere Netzbetreiber den Ausbau.
Die technische Anbindung läuft über Netbridge
Bestehende Stiegeler-Kunden in den vier Startgemeinden müssen zum Vermarktungsstart keinen neuen Vertrag abschließen: Laufzeiten und Aktionsrabatte bleiben bestehen, die Systemumstellung übernimmt Stiegeler.
Eine weitere Vereinbarung mit Vodafone umfasst rund 45.000 Haushalte in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald, Enzkreis und Ortenaukreis. Rund 30.000 liegen in öffentlich geförderten Netzen, die Vodafone betreibt; etwa 15.000 Anschlüsse im Ortenaukreis wurden von Vodafone eigenwirtschaftlich erschlossen. Die Vermarktung war ab Herbst 2026 vorgesehen. Für Ottenhöfen, Nordrach und Steinach schafft sie zugleich eine Perspektive für bestehende Stiegeler-Kunden.
Was Kunden von den Modellen merken
Wer einen Stiegeler-Tarif auf dem Netz eines Kooperationspartners bucht, erhält Tarif, Vertrag und Betreuung von Stiegeler. Im Hintergrund stimmen Stiegeler und der Netzbetreiber Bestellung, Schaltung, Entstörung und technische Übergabe ab. Open Access macht ihre Rollen nicht identisch – es verbindet sie.
Eine Kooperationsvereinbarung schafft die Grundlage, aber keine Verfügbarkeit an jedem Haus. Ausbaufortschritt, Netzabdeckung und technische Freigabe unterscheiden sich von Ort zu Ort. Deshalb zählt die Prüfung der konkreten Adresse.
Kurz erklärt: Drei Wege zum Stiegeler-Tarif
- Eigenausbau: Stiegeler plant, finanziert, baut und betreibt das Glasfasernetz.
- Gefördertes Netz: Öffentliche Mittel schließen eine Wirtschaftlichkeitslücke oder finanzieren ein kommunales Netz. Eigentum und Betrieb richten sich nach dem jeweiligen Förder- und Vertragsmodell.
- Open Access: Ein anderer Netzbetreiber stellt den Zugang bereit; Stiegeler bietet darauf eigene Tarife an und bleibt Ansprechpartner für seine Kunden.
Reichweite entsteht durch das passende Modell
Der Glasfaserausbau in Baden-Württemberg ist kein einheitliches Projekt. Dichte, Nachfrage, vorhandene Infrastruktur und Förderfähigkeit unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde. Entsprechend sinnvoll ist ein Zusammenspiel aus eigenwirtschaftlichem Ausbau, öffentlich unterstützten Vorhaben und offenen Netzen. Für Stiegeler bedeutet das: selbst investieren, wo es tragfähig ist, vorhandene Infrastruktur über Kooperationen nutzen und die Kundenbeziehung unabhängig vom Eigentümer der Leitung verlässlich weiterführen.
Häufige Fragen
Bedeutet Open Access freie Anbieterwahl in jedem Glasfasernetz?
Nein. Weitere Anbieter sind nur verfügbar, wenn eine Vereinbarung besteht, die technische Anbindung abgeschlossen ist und der Anbieter vor Ort Tarife vermarktet.
Müssen Bestandskunden in den vier Startgemeinden etwas tun?
Nein. Für bestehende Stiegeler-Verträge in Allensbach, Bad Säckingen, Dettingen an der Erms und Bad Urach übernimmt Stiegeler die Systemumstellung. Vertragslaufzeit und vereinbarte Aktionsrabatte bleiben bestehen.
Für Interessierte zählt am Ende die konkrete Adresse. Die Verfügbarkeitsprüfung von Stiegeler zeigt, welche Technik und welche Tarife dort aktuell angeboten werden. Informationen zu laufenden Bauabschnitten und Beratungsterminen und Informationsabenden veröffentlicht Stiegeler zusätzlich in den jeweiligen Projektmeldungen.
Persönliche Beratung
Gerne beraten wir Sie persönlich in unseren Niederlassungen in Schönau, Bad Krozingen, Donaueschingen und Freiburg.
In Schönau sind wir dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 17 Uhr für Sie da.
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- Schönau
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79677 Schönau
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Wegwarte 5
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- Donaueschingen
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79106 Freiburg i. Br.
Wie finde ich heraus, was an meiner Adresse verfügbar ist?
Die Verfügbarkeitsprüfung von Stiegeler zeigt adressgenau, welche Technik und welche Tarife aktuell buchbar sind.
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