Er brachte die Internetversorgung ins Rollen: Walter Falger

Von 30. November 2017Success Stories

Walter Falger, ehemaliger Polizist in Schönau, war der Grund dafür, dass Stiegeler IT einst in den Bereich Internetversorgung einstieg. Wie es dazu kam und was er sich vom neuen Glasfasernetz im Landkreis Lörrach erhofft, das hat er uns im Interview erzählt.

 

Herr Falger, Sie sind mit verantwortlich dafür, dass Stiegeler IT heute eine wichtige Rolle bei der Internetversorgung im ländlichen Raum spielt. Inwiefern war oder ist Ihnen das bewusst?

So direkt bewusst war mir das ehrlich gesagt nicht. Ich wusste damals, dass Stiegeler IT gar nichts macht in die Richtung. Erst im Gespräch selbst hat sich dann herausgestellt, dass man es wirklich versuchen will. Gerade durch die Topografie Wiedens war es den Versuch wert (Anm. d. Red: Das Dorf ist hoch oben auf dem Berg gelegen). Ich dachte mir: Wenn’s dort läuft, läuft‘s überall.

 

Wie kamen Sie damals, vor 10 Jahren, eigentlich darauf, bei Stiegeler IT nach Internet zu fragen? Immerhin hatte sich die Firma zu dieser Zeit auf IT-Lösungen wie z. B. Storage-Themen spezialisiert.

In Wieden waren wir damals sehr bescheiden dran, was die Internetverbindung angeht, angesagt war ISDN-Tempo. Dann hat die Gemeinde sich aufgerafft und einen Anbieter aufgetan. Es gab daraufhin eine Bürgerversammlung, in der uns der Anbieter das Konzept vorgestellt hat – zusammen mit einem Bekannten, der etwas von der Thematik verstand. Wir haben uns danach unterhalten und ich habe gesagt, dass es natürlich optimal wäre, wenn wir noch einen Anbieter hier aus Schönau hätten, den man – ich sag’s jetzt mal gerade heraus – auch quälen kann, wenn es nicht läuft (lacht). Der andere Anbieter erschien uns nicht optimal, auch die Firmenstruktur war nicht so ganz das, was wir uns vorgestellt hatten. Daraufhin habe ich mir gedacht: ‚Gut, ich kenne den Felix seit Längerem, den frage ich einfach mal‘. Ich bin dann damals mit meinem Bekannten im Büro vorbeigekommen und in einem Termin, nach einem längeren Gespräch, hat Felix beschlossen, sich Gedanken darüber zu machen.

 

30 Kunden sollten sich damals bereiterklären, einen Vertrag zu unterschreiben, damit ein WLAN-Netz in Wieden aufgebaut würde. Ein Ticker auf der Unternehmenswebsite zeigte den Fortschritt an, endete jedoch bei 20. Verfolgten Sie diese Entwicklung?

Ja natürlich. In der Bürgerversammlung waren alle Feuer und Flamme dafür, dass etwas gehen muss. Die Frage war, ob das jetzt über das, was uns direkt in der Versammlung angeboten wurde, passieren würde, oder aus einer anderen Richtung. Es gab Bürger in Wieden, die weniger begeistert waren vom ursprünglich angedachten Anbieter. Aber man hat gesehen, dass es mindestens 30 oder 40 Personen sind, die sich dafür interessieren. Heute sehen wir ja, dass es noch mehr sind, die angeschlossen sind. Irgendwann haben wir uns dann wieder unterhalten, Felix und ich, und er sagte mir zu, dass wir es probieren. Es waren 2 MBit/s am Anfang, die wir verteilt haben, mittlerweile sind es ja 10 MBit/s. Es ist gelaufen, das war und ist die Hauptsache. Für die damaligen Verhältnisse war es auf jeden Fall eine tolle Sache.

 

Stiegeler IT hat gerade erst alle Formalitäten abschließend geklärt, um über das Glasfasernetz, das der Landkreis Lörrach aktuell baut, versorgen zu dürfen. Damit wird Wieden und den übrigen Ausbaugebieten im Kreis ein regionaler Anbieter für Internet und Telefonie über Glasfaser zur Verfügung stehen. Denken Sie, dass der regionale Bezug für die Bürger eine Rolle spielt?

Ja mit Sicherheit, es werden sicherlich einige Personen in Wieden bei Stiegeler IT bleiben. Klar meckert der ein oder andere manchmal. Das Problem ist, dass das Netz läuft, aber manchmal halt etwas langsam ist. Das sind aber solche Dinge… Wenn‘s bei Vodafone mal drei Wochen nicht läuft, das vergisst man, aber beim kleinen Provider, wenn die Leistung mal runterfährt auf 1 MBit/s oder so, das höre ich dann sofort. Aber der große Teil ist sehr zufrieden, die werden dann auch mitgehen wenn’s soweit ist.

 

Werden Sie Ihr Haus in Wieden auch über einen Hausanschluss direkt ans Glasfasernetz anschließen lassen?

Konkret haben wir das bisher noch nicht angeboten bekommen. So wie es aussieht, will man kommendes Jahr damit beginnen. Der Zuschuss läuft ja bis zum Wiedener Eck (Anm. d. Red.: einer der höchsten Punkte Wiedens), der Backbone soll bis dorthin laufen.

 

Und Sie würden sich dann zu gegebener Zeit auch anschließen lassen?

Ja, auf jeden Fall!

 

Was glauben Sie, wie sich Ihr Alltag dadurch verändern wird?

Ich freue mich sehr darauf, über Glasfaser online fernsehen zu können und auf andere verschiedene Dinge, dass man auch mal Nachrichten online schauen kann. Mit 3 MBit/s funktioniert das nicht immer. Aber immerhin, es läuft. Da dürfen wir wirklich nichts sagen, denn wir sind gut dran im Vergleich zu anderen. Ich freue mich einfach, dass es bald noch besser läuft.

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