GUTEX: Vernetzt vom Produktionsplan bis zur Verladung

Welche Ware ist fertig, wo liegt sie und wann wird sie abgeholt? Bei GUTEX beantworten vernetzte Systeme solche Fragen. Der Holzfaserdämmstoffhersteller verbindet Produktionswerke und Lagerstandorte, nutzt eine eigene Logistik-App und organisiert Transporte über einen Cloud-Dienst. Wir haben mit IT-Leiter Tilo Kaltenbacher darüber gesprochen, wie diese Abläufe ineinandergreifen und welche Aufgaben die Anbindung von Stiegeler übernimmt. Dabei geht es um direkte Glasfaserverbindungen, den gezielten Einsatz von Automatisierung und die Frage, warum eine digitalisierte Produktionsanlage auch ohne Internet funktionieren soll. Tilo Kaltenbacher berichtet außerdem, was er an der regionalen Zusammenarbeit schätzt und wie individuelle Lösungen entstehen.

Redaktion: Herr Kaltenbacher, worauf kommt es bei der IT eines Produktionsunternehmens wie GUTEX besonders an?

Tilo Kaltenbacher: Die Produktion muss funktionieren. Das ist für uns das A und O. Gerade die Anlage in Eschbach ist stark von der IT abhängig. Dazu kommen Unternehmensplanung und Logistik. In diesen Systemen laufen wichtige Informationen zusammen: Was wurde produziert? Wo liegt das Material? Was muss als Nächstes verladen werden? Ohne diese Informationen wissen wir nicht, wohin mit der Ware, oder finden sie nicht wieder. Deshalb müssen die Systeme zuverlässig zusammenspielen.

Redaktion: Wie begleiten Ihre Systeme den Weg vom Produktionsplan bis zum Versand?

Tilo Kaltenbacher: Der Ablauf beginnt im ERP-System, unserer Software für die Unternehmensplanung. Von dort gehen die Informationen an die Produktion. Anschließend wird gemeldet, welche Ware fertig ist. Für die Logistik haben wir eine eigene App entwickelt. Darüber erfassen wir beispielsweise, welches Material an welchem Lagerort steht. Die Mitarbeiter arbeiten dafür mit Tablets und Handscannern über WLAN. Später geht es darum, welche Produkte verkauft wurden, auf welchen Lkw sie gehören und wohin sie geliefert werden müssen. So begleiten die Informationen das Material durch den Betrieb.

Redaktion: Welche Aufgaben übernehmen Cloud-Dienste dabei?

Tilo Kaltenbacher: Für die Transportorganisation nutzen wir einen Cloud-Dienst. Dort stellen wir ein, wie viele Paletten von einem Ort zu einem anderen transportiert werden sollen. Speditionen können die Fahrt übernehmen und ein Zeitfenster für die Abholung buchen. Auch unsere Telefonanlage und weitere Anwendungen stehen in der Cloud. Die Internetverbindung ist deshalb sowohl für betriebliche Abläufe als auch für die Kommunikation wichtig.

Redaktion: Wie verbinden Sie das Werk in Eschbach mit den Lagerstandorten?

Tilo Kaltenbacher: Für den Datenaustausch zwischen den Standorten konnten wir bei Stiegeler dedizierte Glasfasern anmieten. Diese sogenannten Dark-Fiber-Verbindungen kann man sich im Prinzip wie ein eigenes Kabel vom Produktionswerk zur Lagerhalle vorstellen. Die Fasern stehen ausschließlich uns zur Verfügung und bilden eine direkte Netzwerkverbindung zwischen den Gebäuden. Wir mussten dafür nicht selbst eine Straße aufgraben und eine eigene Leitung verlegen, sondern konnten Fasern in der vorhandenen Glasfaserinfrastruktur nutzen.

Redaktion: Was hat sich durch Glasfaser für Ihren Betrieb verändert?

Tilo Kaltenbacher: In Eschbach haben wir von Anfang an mit Glasfaser gearbeitet. Die Anbindung war eine Grundvoraussetzung dafür, die Abläufe hier so aufzubauen. Am Stammwerk ist die Entwicklung schrittweise erfolgt. Dort hatten wir zuvor einen Internetzugang von Stiegeler über Funk, mit deutlich weniger Bandbreite und wetterabhängig. Die heutige Anbindung ist aus unserer Sicht wesentlich stabiler. Auch die Vernetzung mit den Lagerstellen hat sich verbessert. Dabei nutzen wir je nach Standort unterschiedliche technische Lösungen.

Redaktion: Warum soll die Produktion trotzdem ohne Internet funktionieren können?

Tilo Kaltenbacher: Die Anlage in Eschbach ist im Prinzip eine einzige, zusammenhängende Maschine. Wenn ein Teil dieser Anlage steht, kann das die gesamte Produktion betreffen. Deshalb achten wir darauf, dass die Anlage ohne Internetverbindung arbeiten kann. Sie ist stark digitalisiert und IT-abhängig, soll dafür aber nicht auf das öffentliche Internet angewiesen sein. Unser ERP-System betreiben wir ebenfalls im Haus. Für Cloud-Dienste, Kommunikation und den standortübergreifenden Zugriff bleiben funktionierende Verbindungen natürlich wichtig.

Redaktion: Wie viel läuft in diesen Prozessen bereits automatisch?

Tilo Kaltenbacher: Wir nutzen viele Algorithmen und Automatisierungen. Das würde ich nicht pauschal als künstliche Intelligenz bezeichnen. Gleichzeitig sind weiterhin manuelle Schritte nötig. Ältere Produktionsanlagen am Stammwerk haben beispielsweise keine direkte Schnittstelle zum ERP-System. Auch beim Übergang zur Logistik sind manuelle Kontrollen nötig. Wir müssen sicherstellen, dass die Informationen tatsächlich zum Material passen.

Redaktion: Wie hilft Ihnen die Technik, Probleme an der Anlage frühzeitig zu erkennen?

Tilo Kaltenbacher: Im neuen Werk überwachen Systeme die Anlage fortlaufend. Auffälligkeiten bei der Stromaufnahme oder stärkere Vibrationen können darauf hinweisen, dass sich an einem Bauteil ein Problem entwickelt. Dann können wir einen Austausch einplanen, bevor das Teil ausfällt. Wenn ohnehin ein Stillstand für die Reinigung vorgesehen ist, lässt sich das gegebenenfalls damit verbinden. So wollen wir vermeiden, dass wir die gereinigte Anlage wieder anfahren und kurz darauf wegen eines defekten Teils erneut anhalten müssen.

Redaktion: Wo sehen Sie weitere Möglichkeiten für künstliche Intelligenz?

Tilo Kaltenbacher: In der Logistik kann KI aus meiner Sicht beispielsweise bei der Planung von Lkw-Transporten unterstützen. Auch ein Chatbot für Kundenfragen ist eine Idee. Dafür muss aber die Qualität der Daten stimmen, mit denen das System arbeitet. Gerade bei Auskünften zu unseren Produkten müssen wir sehr genau hinsehen. Wir nutzen KI-Werkzeuge, gehen dabei aber bewusst vorsichtig vor. Datenschutz und Sicherheit spielen eine große Rolle. Bevor wir etwas einsetzen, schauen wir uns genau an, was damit geschieht und wie wir es sinnvoll vorbereiten können.

 

Redaktion: Wie gehen Sie mit Anforderungen um, für die keine Standardlösung passt?

Tilo Kaltenbacher: Bei einer kleineren Lageranbindung haben wir mit Stiegeler besprochen, welche Verbindung wir tatsächlich benötigen. Eine aufwendigere Lösung wäre für diesen Standort überdimensioniert gewesen. Herr Stiegeler hat sich persönlich und sehr engagiert in die Lösungsfindung eingebracht. Er war kreativ und hat nach Möglichkeiten gesucht, die zu unserem Bedarf passen. Gemeinsam haben wir eine individuelle Lösung gefunden, die funktioniert und für uns auch wirtschaftlich sehr attraktiv ist. Diese direkte und unkomplizierte Abstimmung ist für uns ein wichtiger Punkt.

 

Redaktion: Wie funktioniert die Unterstützung bei einem konkreten technischen Problem?

Tilo Kaltenbacher: Ein Beispiel ist der Zugriff aus dem Homeoffice. Dabei gab es Schwierigkeiten mit der VPN-Verbindung zu unserem ERP-System. Unsere Firewall nutzt Sicherheitsregeln, die Zugriffe anhand der Länderzuordnung prüfen. In diesem Fall gab es ein Problem mit der Zuordnung der verwendeten IP-Adressen. Im direkten Austausch mit Stiegeler wurde innerhalb eines Tages eine Lösung gefunden. Bei solchen Themen hilft es, die richtigen Ansprechpartner zu kennen.

Redaktion: Was schätzen Sie an der laufenden Zusammenarbeit?

Tilo Kaltenbacher: Die kurzen Wege und den unkomplizierten Austausch. Bei technischen Fragen gibt es Ansprechpartner, die ich direkt per E-Mail anschreiben kann. Andere Anliegen laufen über das Ticketsystem. Auch für kaufmännische Fragen habe ich einen Kontakt. Die Abstimmung funktioniert aus meiner Sicht unkompliziert und meistens sehr schnell. Wir erleben die Verfügbarkeit der Anbindung als sehr hoch. Wartungsarbeiten werden rechtzeitig angekündigt und dauern nach unserer Erfahrung meist nur kurz. Wichtig ist für uns, dass wir bei Problemen und besonderen Anforderungen gemeinsam eine passende Lösung finden.

Netzwerkverbindungen, die zum Betrieb passen

Bei GUTEX greifen digitale Abläufe, Standortvernetzung und persönliche Abstimmung ineinander. Welche Anbindung sinnvoll ist, hängt dabei von den Aufgaben des jeweiligen Standorts ab. Auch kleinere Betriebe und Selbstständige benötigen Lösungen für ihren Arbeitsalltag.

Für sie ergänzen wir den Glasfaseranschluss mit FiberPLUS unter anderem um eine feste IP-Adresse sowie zugesicherte Reaktions- und Entstörzeiten. Welche Leistungen zu Ihren Anwendungen und Abläufen passen, besprechen wir gerne gemeinsam mit Ihnen.